Städtereise-Guide
Stuttgart
Was du in Stuttgart zwischen Kessellage, Weinbergen und Automuseen sehen musst, wie du mit dem VVS durch den Talkessel kommst und wie du für Steigungen und Wetterwechsel gepackt bist — mit Empfehlungen, die direkt zum passenden Produkt führen.
Stuttgart liegt im Kessel
Stuttgart ist die einzige deutsche Großstadt, die in einem echten Talkessel sitzt: Die Innenstadt liegt am tiefsten Punkt, ringsum steigen die Hänge steil an — bebaut, bewaldet und, das ist die Besonderheit, mitten in der Stadt mit Weinreben bestockt. Wer vom Hauptbahnhof zum Fernsehturm oder in die Halbhöhenlagen will, macht Höhenmeter. Anders als in den flachen Rheinstädten wie Köln geht es hier fast überall bergauf, und an vielen Stellen führen die berühmten Stäffele hinauf — Stuttgarts Weinbergtreppen, mehr als vierhundert davon verbinden die Ebenen der Stadt.
Für einen Städtetrip reicht leichtes Gepäck: ein handlicher Trolley fürs Wochenende und eine wetterfeste Jacke für den schnellen Wechsel aus Sonne und Schauer decken das Nötige ab. Die Kessellage hält die Luft gern fest — im Hochsommer wird es unten im Tal spürbar wärmer und schwüler als oben auf den Höhen, und ein Gewitter zieht schnell durch. Flache Sohlen und etwas Kondition helfen in Stuttgart mehr als jeder Stadtplan.
Spartipp: StuttCard und der VVS
Die StuttCard gibt es in mehreren Varianten und Laufzeiten, mit oder ohne integriertes Nahverkehrsticket. Sie bündelt freien oder ermäßigten Eintritt in viele Museen, dazu Vergünstigungen bei Führungen, Bädern und Stadtrundfahrten. Wer die Variante mit VVS-Ticket nimmt, fährt im Verbund frei — das ist in Stuttgart besonders praktisch, weil hier viel unter der Erde fährt: Die Stadtbahn der SSB verkehrt im Zentrum wie eine U-Bahn und klettert außerhalb als Straßenbahn die Hänge hinauf. Der ganze Großraum liegt im VVS, einem der ältesten Verkehrsverbünde Deutschlands; ein Ticket gilt über alle Verkehrsmittel und Zonen hinweg. Fürs Rechnen gilt dieselbe Regel wie überall: Ab dem zweiten oder dritten Museum plus ein paar Bahnfahrten trägt sich die Karte fast immer wieder herein.
Die Auto-Stadt: Mercedes und Porsche
Keine Stadt trägt das Automobil so offen wie Stuttgart — hier baute Gottlieb Daimler 1886 den ersten Wagen mit Verbrennungsmotor, und beide großen Marken sitzen bis heute in der Stadt. Im Norden, in Bad Cannstatt, steht das Mercedes-Benz Museum: Der Rundgang führt von ganz oben spiralförmig nach unten durch mehr als hundert Jahre Fahrzeuggeschichte, in einem Bau, der selbst einer Doppelhelix nachempfunden ist. Im Stadtteil Zuffenhausen antwortet das Porsche Museum mit einer scheinbar schwebenden Halle voller Renn- und Serienwagen.
Beide Museen liegen an der S-Bahn und lassen sich an einem Tag verbinden, wenn man früh startet. Wer mit Kindern reist oder Technik mag, plant hier ruhig mehr Zeit ein — für viele Gäste ist die Auto-Geschichte der ehrlichste Grund, überhaupt nach Stuttgart zu kommen. Die Dichte an Industriegeschichte auf so engem Raum hat in Deutschland keine zweite Stadt.
Handgepäck für den Kessel-Trip
Schlossplatz, Schlösser und Museen
Das Herz der Stadt ist der Schlossplatz, der größte Platz Stuttgarts, gefasst vom Neuen Schloss, einem barocken Residenzbau, und geöffnet zu den Grünanlagen des Schlossgartens. In der Mitte steht die Jubiläumssäule, flankiert von zwei Brunnen — im Sommer das inoffizielle Wohnzimmer der Stadt. Gleich nebenan liegt das Alte Schloss mit dem Landesmuseum Württemberg, und wenige Schritte weiter zieht sich die Staatsgalerie hin, deren postmoderner Erweiterungsbau von James Stirling selbst als Meilenstein der Architektur gilt — die Sammlung reicht von alten Meistern bis zur klassischen Moderne.
Vom Schlossplatz zieht sich der Schlossgarten als grünes Band in drei Abschnitten bis hinunter an den Neckar; dieser durchgehende Park macht das Laufen durch die Stadt leichter, als die Landkarte vermuten lässt. Nicht zu vergessen die Wilhelma im Norden: Zoo und historischer botanischer Garten in einem, in maurisch inspirierter Architektur — eine der artenreichsten Anlagen Europas und ein sicherer Programmpunkt auch bei Regen.
Sneaker für die Stäffele
Weinberge und der erste Fernsehturm der Welt
Zwei Dinge machen Stuttgarts Silhouette einmalig. Das eine sind die Weinberge, die bis an die Wohnbebauung reichen — Stuttgart ist eine der wenigen Großstädte mit nennenswertem Weinbau innerhalb der Stadtgrenzen; die Hänge über der Stadt tragen vor allem Trollinger und Riesling. Ein Aufstieg über die Stäffele zur Karlshöhe oder zum Birkenkopf, dem aus Kriegstrümmern aufgeschütteten „Monte Scherbelino", belohnt mit dem weitesten Blick über den Kessel.
Das andere ist der Stuttgarter Fernsehturm: 1956 eröffnet, war er der weltweit erste Fernsehturm aus Stahlbeton und wurde zum Vorbild für Türme rund um den Globus. Von der Aussichtsplattform reicht der Blick bei klarer Sicht bis zur Schwäbischen Alb und an den Rand des Schwarzwalds. Für die Höhenmeter lohnen ein leichter Tagesrucksack und ein Paar bequeme Sneaker — die Stäffele sind in Stuttgart kein Ausflug, sondern der normale Weg nach oben.
Gegen den Schauer im Talkessel
Beste Reisezeit und Anreise
Die beste Zeit ist Mai bis Anfang Oktober: Dann sind die Weinberge grün, die Biergärten und der Höhenpark Killesberg offen, und Ende August lockt das Cannstatter Volksfest auf den Wasen — nach dem Oktoberfest in München das zweitgrößte Volksfest seiner Art. Wer es ruhiger mag, kommt im späten Frühjahr. Der Winter ist grau und feucht, dafür lohnt der Weihnachtsmarkt rund um den Schlossplatz.
Die Anreise ist bequem: Der Hauptbahnhof liegt zentral, steckt aber mitten in der Großbaustelle Stuttgart 21, dem Umbau zum Tiefbahnhof — Wege, Zugänge und Bahnsteige ändern sich dabei immer wieder, ein Blick auf die aktuelle Wegeführung vor Ort spart Nerven. Vom Flughafen (STR) im Süden bringt die S-Bahn in gut einer halben Stunde ins Zentrum. Innerorts fährt die SSB-Stadtbahn dicht getaktet, und für die Steigungen gibt es zwei Kuriositäten: die Zahnradbahn („Zacke") und eine historische Standseilbahn. Eine kompakte Reisetasche reicht fürs Wochenende — Stuttgart ist eine Stadt für kurze, intensive Trips, gut kombinierbar mit einem Abstecher nach Frankfurt.
Reisetasche für das Wochenende
Tagesrucksack für Weinberge und Museen
Zentral in Stuttgart übernachten
Zwölf Häuser in der Innenstadt und den zentralen Lagen rund um Schlossplatz, Hauptbahnhof und City — von günstig bis gehoben.
Motel One Stuttgart-Mitte
Hotel Stuttgart 21
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DORMERO Hotel Stuttgart
Maritim Hotel Stuttgart
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Sautter Hotel Stuttgart City
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