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Städtereise-Führer

Hamburg — Städtereise an die Elbe

Speicherstadt, Elbphilharmonie und der Wind vom Hafen: der praktische Reiseführer für ein Wochenende an der Elbe — mit dem, was ins Gepäck gehört.

Hamburg in zehn Minuten

Hamburg ist eine Hafenstadt, und das merkst du an jeder Ecke: Die Elbe schiebt sich mitten durch die Stadt, Möwen kreisen über den Landungsbrücken, und der Wind vom Wasser bläst dir auch im Sommer um die Ohren. Zwischen der roten Backsteinwelt der Speicherstadt, der gläsernen Welle der Elbphilharmonie und dem Trubel der Reeperbahn liegen nur wenige S-Bahn-Minuten — und trotzdem fühlen sie sich an wie verschiedene Städte.

Wer zum ersten Mal kommt, unterschätzt gern das Wetter. Hamburg ist maritim, also wechselhaft: Auf zehn Minuten Sonne folgt oft ein Nieselregen, den die Hamburger liebevoll „Schietwetter" nennen. Der klassische Anfängerfehler ist, sich davon den Tag verderben zu lassen — mit einer wetterfesten Regenjacke und flachen Schuhen läufst du einfach weiter, während die anderen unter Markisen warten. Es gibt hier ein geflügeltes Wort: schlechtes Wetter gibt es nicht, nur falsche Kleidung.

Diese Seite ist ein Reiseführer mit angehängtem Kofferpacken: erst die Stadt — was du sehen solltest, wann du kommst, wie du dich bewegst — und dazwischen das, was eine Städtereise an die Elbe wirklich angenehmer macht.

Spartipp: die Hamburg Card

Die Hamburg Card verbindet freie Fahrt im gesamten HVV-Netz — Bus, U-Bahn, S-Bahn und die Hafenfähren zählen dazu — mit Ermäßigungen auf viele Museen, Rundfahrten und Führungen. Es gibt sie für ein oder mehrere Tage und als Einzel- oder Gruppenkarte. Wer ohnehin viel mit Bahn und Fähre unterwegs ist und zwei, drei Attraktionen einplant, spart mit ihr fast immer mehr, als sie kostet. Die aktuellen Preise und Laufzeiten stehen auf der offiziellen Seite der Stadt — dort kaufst du sie auch direkt fürs Handy.

Was du gesehen haben solltest

Die Speicherstadt ist der Anfang. Der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt steht auf tausenden Eichenpfählen im Wasser, durchzogen von schmalen Kanälen, den Fleeten. Die roten Backsteingiebel spiegeln sich bei jedem Lichtwechsel anders — deshalb ist sie UNESCO-Welterbe. Mitten drin liegt das Miniatur Wunderland, die größte Modelleisenbahn der Welt; plane vor, denn davor bildet sich fast immer eine Schlange.

Gleich nebenan wächst die Elbphilharmonie aus einem alten Kaispeicher: unten Backstein, oben eine geschwungene Glasfassade wie eine erstarrte Welle. Der Konzertsaal ist das eine, die Plaza das andere — eine öffentliche Aussichtsebene zwischen Sockel und Glaskörper, von der aus du Hafen und Stadt im Rundblick hast. Der Zugang zur Plaza ist kostenlos; in der Hauptsaison lohnt es sich, das Zeitfenster vorab zu sichern.

An den Landungsbrücken schlägt das Herz des Hafens: Barkassen legen ab, Containerriesen ziehen vorbei, und unter der Elbe hindurch führt der über hundert Jahre alte Alte Elbtunnel hinüber nach Steinwerder — allein die Fahrt mit den historischen Aufzügen lohnt den Umweg. Von hier ist es nicht weit zur Reeperbahn in St. Pauli, dem Kiez, der abends laut und bunt wird, tagsüber aber überraschend normal aussieht.

Ruhiger wird es an der Alster. Die aufgestaute Alster bildet zwei Seen mitten in der Stadt: die kleine Binnenalster am eleganten Jungfernstieg und die weite Außenalster, um die Hamburger joggen, segeln und spazieren. Und wer früh raus kommt, erlebt den Fischmarkt in Altona — sonntags in aller Frühe, wenn die Marktschreier Aale, Blumen und ganze Obstkisten verkaufen und die Fischauktionshalle nebenbei zur Frühstücksbühne wird. Über allem thront der Michel, die Hauptkirche St. Michaelis, deren Turm sich für den besten Überblick besteigen lässt. Wenn dir die Backstein-Eleganz gefällt, findest du sie übrigens auch in Köln wieder — nur dort in gotischer statt hanseatischer Form.

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Gegen Schietwetter gewappnet

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Wind, Wasser und der berühmte Nieselregen

Hamburgs Wetter ist selten dramatisch, aber oft nass — und fast immer windig. Der Wind ist das eigentliche Thema: An der Elbe und rund um die Außenalster steht er dir gern seitlich entgegen, und ein Schirm, der bei der ersten Böe umklappt, ist an der Wasserkante nur Ballast. Ein stabiler, sturmfester Regenschirm mit gutem Gestänge hält, was ein Reiseschirm hier aushalten muss; wer die Hände frei haben will, kombiniert ihn lieber mit einer Kapuze.

Rechne damit, dass du an einem Tag durch Sonne, Wolken und Nieselregen läufst, ohne die Kleidung zu wechseln. Zwiebellook schlägt dicke Einzelstücke, und atmungsaktive Außenschichten sind angenehmer als alles, was zwar dicht ist, aber unter dem du schwitzt. Für die Kanäle der Speicherstadt und die Promenade an den Landungsbrücken gilt: Der Belag ist oft feucht und uneben — Profil unter den Schuhen ist kein Luxus.

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Ein Schirm, der der Böe standhält

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Was in die Tasche kommt

Hamburg erlebt man zu Fuß und mit der Bahn, kaum mit dem Auto — die Innenstadt ist eng, teuer im Parken und über den HVV bequem erschlossen. Das entscheidet, wie du packst: leicht, wetterfest und mit Gepäck, das über Kopfsteinpflaster und Bahntreppen mitkommt.

Für ein Wochenende reicht eine robuste Reisetasche oder ein Weekender, den du in der S-Bahn nicht suchen musst. Tagsüber ist ein handlicher Tagesrucksack Gold wert — für die Regenjacke, die du mittags ausziehst, für Wasser, für die Einkäufe vom Fischmarkt. Und weil du an einem einzigen Tag von der Speicherstadt über die Landungsbrücken bis um die Außenalster leicht viele Kilometer sammelst, sind eingelaufene, bequeme Sneaker die wichtigste Ausrüstung überhaupt. Neue Schuhe am ersten Reisetag sind ein Plan, den die Blasen am zweiten bestrafen.

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Gepäck für die Städtereise

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Beste Reisezeit und Anreise

Am freundlichsten ist Hamburg zwischen dem späten Frühjahr und dem Frühherbst: Dann sind die Tage lang, die Alster voller Segel und die Außengastronomie an den Fleeten geöffnet. Der Sommer ist die Hauptsaison — mild, aber nie garantiert trocken. Wer die Stadt ruhiger mag, kommt im Herbst; dann liegt oft ein besonderes, weiches Hafenlicht über dem Wasser. Ein fester Programmpunkt für Frühaufsteher bleibt der Fischmarkt am Sonntagmorgen — er beginnt in aller Frühe und ist längst vorbei, wenn andere Städte erst frühstücken.

Die Anreise ist unkompliziert. Der Hauptbahnhof liegt mitten im Zentrum, in Laufweite zu Alster, Innenstadt und den Museen am Wall — von dort erreichst du fast jedes Viertel mit einer kurzen U- oder S-Bahn-Fahrt. Wer fliegt, landet am Hamburg Airport (HAM), der über die S-Bahn-Linie S1 ohne Umsteigen direkt mit dem Hauptbahnhof verbunden ist; die Fahrt dauert rund eine halbe Stunde. Innerhalb der Stadt ist der HVV dein bester Freund — ein einziges Ticket gilt für U-Bahn, S-Bahn, Bus und die Hafenfähren, und gerade die Fährlinien sind eine günstige Hafenrundfahrt für den Preis eines Nahverkehrstickets. Wie in Köln gilt auch hier: Wer die Tageskarte oder die Hamburg Card nutzt, fährt entspannter als mit dem Zählen von Einzelfahrten.

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