Täglich neue Angebote

Neopren, Surfboards, SUP und alles, was den Sommer draußen trägt

Sport & Freizeit im Sommer

Im Hochsommer verschiebt sich der Sport ins Wasser und auf die Straße. Diese Seite erklärt die Zahlen, die auf Neoprenanzügen, Surfboards, SUP-Boards und Skateboard-Decks stehen — und was sie für die Kaufentscheidung bedeuten. Kein Marketing, sondern die Maße, an denen sich entscheidet, ob die Ausrüstung zu dir passt.

Neopren: was 3/2 und 4/3 bedeuten

Die Zahlen auf einem Neoprenanzug sind keine Größe, sondern zwei Materialstärken in Millimetern. Ein 4/3 hat 4 mm am Rumpf und 3 mm an Armen und Beinen. Das ist kein Sparzwang, sondern Absicht: Der Rumpf hält die Körperwärme, die Gliedmaßen müssen sich bewegen können, und dickeres Neopren kostet immer Beweglichkeit. Deshalb steht die größere Zahl immer vorn.

Welche Kombination passt, entscheidet die Wassertemperatur, nicht die Lufttemperatur. Grob gilt: ab etwa 22 Grad reicht vielen ein Shorty oder eine 2-mm-Weste, zwischen 17 und 21 Grad ist ein 3/2 der Normalfall, darunter bis etwa 13 Grad ein 4/3, und wer im Winter ins Wasser geht, landet bei 5/4 mit Haube. Nord- und Ostsee erreichen im Hochsommer oft 18 bis 20 Grad — das ist 3/2-Gebiet, obwohl am Strand 30 Grad herrschen. Der Atlantik vor Frankreich und Portugal bleibt auch im August kühler, als der Urlaubsprospekt vermuten lässt; dort ist ein 4/3 im Zweifel die klügere Wahl.

Zwei Details trennen einen dichten Anzug von einem, der ständig Wasser schluckt. Das erste sind die Nähte: GBS steht für glued and blind stitched, also verklebt und blind gesteppt — die Nadel durchsticht das Neopren nicht ganz, es entstehen keine durchgehenden Löcher. Flatlock-Nähte sind flacher und billiger, lassen aber Wasser durch und gehören nur in warme Anzüge. Das zweite ist der Einstieg. Ein Back Zip mit langem Rückenreißverschluss ist am leichtesten anzuziehen und der übliche Einsteiger-Kompromiss, spült aber am Rücken mehr Wasser ein. Ein Chest Zip schließt über der Brust, hält deutlich dichter und sitzt wärmer — dafür ist der Einstieg durch die enge Halsöffnung eine Übung für sich.

Ein Neoprenanzug hält nicht trocken, sondern warm: Ein dünner Wasserfilm zwischen Haut und Neopren wird vom Körper aufgeheizt und bleibt dort. Deshalb ist ein zu großer Anzug schlimmer als ein etwas zu enger — wo Wasser zirkulieren kann, kühlt es aus. An Land soll sich ein guter Anzug unangenehm eng anfühlen.

Warum Neoprenschuhe einen geteilten Zeh haben

Füße kühlen schneller aus als der Rumpf, weil sie ständig im Wasser hängen und wenig Muskelmasse haben. Neoprenschuhe lösen aber noch ein zweites Problem: Sie schützen vor Seeigeln, Muschelkanten, Steinriffen und heißem Sand auf dem Weg ins Wasser.

Der wichtigste Unterschied steht meist mitten im Produktnamen. Split Toe trennt den großen Zeh ab wie ein Tabi-Socken — das klingt seltsam, gibt aber spürbar mehr Halt auf dem Board, weil der Fuß den Grip aktiv greifen kann. Round Toe lässt alle Zehen zusammen, ist bequemer und wärmer, überträgt aber weniger Gefühl. Die Millimeterangabe folgt derselben Logik wie beim Anzug: 2 bis 3 mm für den Sommer, 5 mm für kaltes Wasser, 6/5 für den Winter. Ganz dünne Socken um 0,5 mm wärmen kaum — sie sind reiner Scheuer- und Verletzungsschutz für warme Reviere und passen unter Flossen.

Neoprenschuhe werden nass angezogen und sitzen dann satt. Wer eine Nummer größer kauft, weil es an Land bequemer ist, bekommt Wasser in den Schuh, und der Schuh wird schwer und rutscht.

04

Neoprenschuhe und Surf-Socken

Mehr Neoprenschuhe entdecken →

Surfboards: Liter schlagen Länge

Bei Surfboards ist die Länge die auffälligste Zahl und die unwichtigste. 6'8 bedeutet 6 Fuß 8 Zoll, also gut 203 Zentimeter — das sagt aber nichts darüber, ob das Board dich trägt. Die entscheidende Größe ist das Volumen in Litern, und das steht selten im Titel, sondern in den Details des jeweiligen Modells.

Das Volumen entscheidet über Auftrieb und damit darüber, ob du Wellen überhaupt bekommst. Als grobe Orientierung nehmen Anfänger etwa das Ein- bis Ein­komma­eins­fache ihres Körpergewichts in Kilogramm als Liter — 80 Kilogramm also rund 80 bis 90 Liter. Fortgeschrittene fahren deutlich weniger, oft um die Hälfte davon, weil ein kleineres Board schneller dreht und in steilen Wellen besser hält. Wer zu wenig Volumen wählt, paddelt den ganzen Tag und steht nie: Das ist der häufigste Fehler beim ersten eigenen Board, und er fühlt sich an wie mangelndes Talent.

Beim Material stehen zwei Bauweisen nebeneinander. PU (Polyurethan) ist der klassische Kern mit Polyesterharz — etwas schwerer, dämpft ruhiger, von vielen Surfern als lebendiger empfunden. Epoxy-Boards nutzen einen EPS-Kern mit Epoxidharz, sind leichter, schwimmen höher, verzeihen Stöße besser und sind für Einsteiger meist das dankbarere Board. Ein leichteres Board mit mehr Auftrieb macht die ersten Wellen schlicht einfacher.

Ein Punkt, der beim Zubehörkauf regelmäßig Geld kostet: Finnensysteme sind nicht untereinander kompatibel. FCS II und Futures haben unterschiedliche Boxen — Futures-Finnen passen nicht in eine FCS-Box und umgekehrt. Welches System verbaut ist, steht am Board, oft direkt im Produktnamen. Wer Finnen nachkauft, prüft das zuerst.

06

Surfboards in Epoxy-Bauweise

Weitere Epoxy-Surfboards ansehen →

SUP: Länge, Breite und der vergessene Luftdruck

Beim Stand-Up-Paddling entscheiden drei Zahlen, und alle drei stehen bei den meisten Boards im Namen. Ein iSUP ist dabei schlicht ein aufblasbares Board (inflatable SUP) — im Inneren hält Drop-Stitch-Gewebe, tausende feine Fäden zwischen Ober- und Unterseite, das Board bei Druck flach statt kugelig.

Die Länge bestimmt den Charakter. Allround-Boards um 10 bis 11 Fuß sind kurz genug zum Wenden und breit genug zum Stehen — das ist die Wahl für den Badesee. Tourer ab 12'6 bis 14'0 laufen spürbar geradeaus, gleiten länger pro Schlag und sind für längere Strecken gedacht, dafür träge im Dreh. Die Breite in Zoll ist die Kippachse: 32 Zoll sind ein stabiles Wohnzimmer, auf dem man auch zu zweit oder mit Hund steht; 24 bis 28 Zoll sind schnell und schmal und verlangen Balance. Wer zwischen zwei Boards schwankt, sollte wissen, dass ein wackliges Board niemanden zum Paddeln bringt.

Die dritte Zahl ist der Luftdruck, und sie wird am häufigsten ignoriert. Ein iSUP braucht in der Regel 15 bis 18 PSI. Mit 10 PSI sieht das Board prall aus, biegt sich unter dem Körpergewicht aber in der Mitte durch — es fährt dann schwer, langsam und nass. Die letzten Pumpstöße sind die anstrengendsten und die wichtigsten. Der Maximaldruck steht immer auf dem Board selbst aufgedruckt.

08

Aufblasbare SUP-Boards (iSUP)

Alle aufblasbaren SUP-Boards →

UV-Schutz auf dem Wasser: UPF statt T-Shirt

Auf dem Wasser trifft die Sonne doppelt: einmal direkt von oben, einmal reflektiert von der Oberfläche. Dazu kommt, dass Kühle und Wind das Warnsignal wegnehmen — man merkt den Sonnenbrand erst am Abend. Nasse Haut brennt außerdem schneller, und normale Sonnencreme ist nach einer Stunde Paddeln größtenteils im Meer.

Genau dafür gibt es Lycras, auch Rashguards genannt. Der Name kommt vom Problem, das sie ursprünglich lösten: Rash heißt Hautausschlag — die Scheuerstellen, die Neopren oder das Wachs auf dem Board an Hals, Achseln und Brustkorb reiben. Als Sonnenschutz sind sie inzwischen der Hauptgrund. Die Angabe dafür ist UPF: UPF 50+ lässt weniger als ein Fünfzigstel der UV-Strahlung durch und ist der beste ausgewiesene Wert. Anders als Creme lässt dieser Schutz nicht nach, schwimmt nicht ab und muss nicht nachgelegt werden.

Ein trockenes Baumwoll-T-Shirt liegt nur bei etwa UPF 5 bis 10 — und nass fällt es noch weiter ab, weil Wasser die Fasern spreizt und Licht durchlässt. Das T-Shirt über dem Badeanzug ist deshalb ein schlechterer Sonnenschutz, als es sich anfühlt. Langarm-Lycras decken zusätzlich genau die Zonen ab, die beim Paddeln nach oben zeigen: Schultern, Nacken und Außenseite der Arme.

10

Lycras und Rashguards mit UV-Schutz

Mehr Lycras und Rashguards →

Nach der Session: was Neopren wirklich tötet

Was Neopren tötet, ist selten das Meer — es sind die zwanzig Minuten danach. Drei Fehler kosten die meisten Anzüge ihr halbes Leben.

Der erste ist Salz. Salzkristalle härten das Neopren aus und fressen den Reißverschluss. Der Anzug gehört nach jeder Session in kaltes Süßwasser, außen und innen, ohne Waschmittel — Waschmittel und Weichspüler lösen die Kleber in den Nähten. Der zweite Fehler ist die Sonne: UV zersetzt Neopren und macht es brüchig und undicht. Ein Anzug, der jeden Tag auf dem heißen Autodach trocknet, ist nach einer Saison hart. Trocknen gehört in den Schatten, auf links gedreht und ohne Heizung. Der dritte Fehler ist der Kleiderbügel. Ein nasser Anzug wiegt mehrere Kilo, und die hängen alle an den Schultern — nach ein paar Monaten sind sie ausgeleiert. Entweder über einen breiten Bügel in der Mitte falten oder liegend trocknen.

Praktischer Nebeneffekt eines Surfponchos: Er löst das Umziehen auf dem Parkplatz. Ein Frotteeponcho trocknet, wärmt und ersetzt das Handtuch-Balancieren, bei dem regelmäßig etwas verrutscht. Man zieht ihn über und wechselt darunter — deshalb hat er sich auch bei Leuten durchgesetzt, die nie in ein Wellenbad steigen.

12

Surfponchos zum Umziehen

Alle Surfponchos ansehen →

Skateboard: die Deckbreite in Zoll

Wenn das Wasser zu weit weg ist, bleibt das Rollbrett — und das Maß, das beim Skateboard zählt, ist die Deckbreite in Zoll. Sie steht fast immer im Produktnamen, und sie ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Physik.

Schmale Decks um 7,75 bis 8,0 Zoll sind leichter und drehen schneller — sie kommen aus dem technischen Street-Skaten, wo jedes Gramm beim Flip zählt. Ab 8,25 bis 8,5 Zoll steht mehr Fläche unter dem Fuß: stabiler, ruhiger, die übliche Wahl für Transition, Bowl und alle, die einfach fahren wollen. Alles über 8,5 Zoll ist Bowl- und Cruiser-Gebiet. Für Einsteiger ist ein breiteres Deck fast immer die freundlichere Entscheidung, weil man den Fuß nicht suchen muss.

Ein zweites Maß steht auf keiner Kachel und lohnt trotzdem den Blick: die Rollenhärte, angegeben in Durometer A. Harte Rollen ab etwa 99A rollen schnell und rutschen kontrolliert — Skatepark und glatter Beton. Weiche Rollen um 78 bis 87A schlucken Risse und rauen Asphalt, sind auf glattem Untergrund aber langsam und klebrig. Wer über deutschen Gehweg cruist und harte Parkrollen fährt, spürt jede Fuge im Kiefer. Fast alle Decks bestehen übrigens aus sieben kreuzweise verleimten Ahornlagen — daran hat sich seit Jahrzehnten wenig geändert.

Noch mehr entdecken

Stöbere im ganzen Sortiment

Alle Produkte →