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Städtereise-Guide

Nürnberg: Kaiserburg, Altstadt und ehrliche Geschichte

Kaiserburg und Stadtmauer, Dürer und das Germanische Nationalmuseum, Rostbratwürste und Lebkuchen — der kompakte Nürnberg-Guide mit Empfehlungen direkt zum passenden Produkt.

Nürnberg an einem langen Wochenende

Nürnberg ist eine Stadt zum Zufußgehen. Die Altstadt liegt fast vollständig innerhalb der alten Stadtmauer, und vom Hauptbahnhof bis hinauf zur Kaiserburg sind es keine zwanzig Minuten — bergauf zwar, aber ohne Umwege. Wer mit einer gut gepackten Reisetasche oder leichtem Handgepäck anreist, braucht hier weder Auto noch große Planung: Die Sehenswürdigkeiten drängen sich auf engem Raum, und dazwischen liegen kopfsteingepflasterte Gassen, die Pegnitz mit ihren Brücken und immer wieder ein Stück roter Sandstein aus dem Mittelalter.

Die Stadt trägt zwei Gesichter, die man nicht auseinanderhalten kann und auch nicht muss: das der freien Reichsstadt, in der Kaiser residierten und Dürer malte, und das der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, die hier ihre dunkelsten Kapitel hinterlassen hat. Beides gehört zu Nürnberg, und ein ehrlicher Besuch nimmt sich für beides Zeit.

Spartipp: NÜRNBERG CARD und der VGN

Die NÜRNBERG CARD gilt zwei Tage und verbindet zwei Dinge: freie Fahrt in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen im Stadtgebiet und freien Eintritt in eine große Zahl von Museen und Sehenswürdigkeiten — von der Kaiserburg über das Germanische Nationalmuseum bis zum Dokumentationszentrum. Wer an zwei Tagen mehrere Museen mitnimmt und den Nahverkehr nutzt, hat sie fast immer wieder heraus.

Der Nahverkehr selbst läuft über die VAG innerhalb der Stadt und den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) in der Region. Die U-Bahn ist der schnellste Weg quer durch die Stadt und fährt auf zwei Linien sogar fahrerlos. Aktuelle Preise und Gültigkeiten stehen auf den Seiten von VAG und VGN — auf feste Zahlen verlässt man sich hier besser nicht, sie ändern sich.

Kaiserburg, Stadtmauer und der Hauptmarkt

Über allem thront die Kaiserburg, das Wahrzeichen der Stadt. Jahrhundertelang war sie eine der wichtigsten Reichsburgen des Heiligen Römischen Reiches; jeder neugewählte König sollte hier seinen ersten Reichstag abhalten. Vom runden Sinwellturm reicht der Blick über die roten Dächer, und der Tiefe Brunnen im Burghof ist über sechzig Meter in den Sandstein getrieben.

Von der Burg fällt der Blick auf das, was Nürnberg einzigartig macht: die fast vollständig erhaltene Stadtmauer. Rund fünf Kilometer Mauerring, dicke Türme und vier mächtige Tortürme umschließen die Altstadt noch heute — kaum eine deutsche Großstadt trägt ihren mittelalterlichen Gürtel so geschlossen. Mittendrin liegt der Hauptmarkt mit dem Schönen Brunnen, einem vergoldeten gotischen Turm aus dem 14. Jahrhundert; im schmiedeeisernen Gitter steckt ein Messingring, den man der Sage nach dreht. Gegenüber, an der Frauenkirche, spielt täglich das Männleinlauf-Glockenspiel. Im Advent verwandelt sich genau dieser Platz in den Christkindlesmarkt, einen der ältesten und bekanntesten Weihnachtsmärkte überhaupt.

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Dürer, das Nationalmuseum und der Handwerkerhof

Ein paar Gassen unterhalb der Burg steht das Albrecht-Dürer-Haus, ein spätgotisches Fachwerkhaus, in dem der berühmteste Sohn der Stadt zwei Jahrzehnte lang lebte und arbeitete. Nürnberg war zu Dürers Zeit eine der reichsten Handelsstädte Europas, ein Zentrum für Kunst, Buchdruck und feinmechanisches Handwerk — hier soll um 1500 auch die Taschenuhr entstanden sein.

Wer tiefer eintauchen will, geht ins Germanische Nationalmuseum, das größte Museum zur deutschen Kulturgeschichte, mit einer Sammlung von der Vorgeschichte bis in die Gegenwart. Für einen langen Museumstag lohnt sich ein wetterfester Rucksack für Wasserflasche, Schirm und Katalog. Und direkt hinter dem Königstor, gleich am Hauptbahnhof, liegt der Handwerkerhof — ein kleines, in die Mauer gebautes Handwerkerviertel, in dem Zinngießer, Lebküchner und Goldschläger arbeiten. Touristisch, ja, aber ein guter erster oder letzter Halt. Auf dem Kopfsteinpflaster dazwischen sind feste Sneaker Gold wert.

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Das Reichsparteitagsgelände — Geschichte, ehrlich

Im Südosten der Stadt, rund um den Dutzendteich, liegt das ehemalige Reichsparteitagsgelände. Hier inszenierten die Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1938 ihre Massenaufmärsche; die monumentalen Bauten und Ruinen — die Kongresshalle, das Zeppelinfeld mit seiner Tribüne — sind bis heute erhalten. Nürnberg hat sich entschieden, sie nicht zu verstecken, sondern zu erklären.

Das Dokumentationszentrum in der Kongresshalle ordnet Ursachen, Verlauf und Folgen der NS-Herrschaft ein — kein Ort der Bewunderung, sondern der Aufklärung. Dazu gehört die zweite Geschichtsmarke der Stadt: die Nürnberger Prozesse von 1945/46 im Saal 600 des Justizpalasts, in dem sich führende Kriegsverbrecher erstmals vor einem internationalen Gericht verantworten mussten. Wer Nürnberg besucht, sollte sich für mindestens einen dieser Orte Zeit nehmen; sie gehören so sehr zur Stadt wie die Burg. Andere Städte im Süden erzählen andere Geschichten — etwa München oder Stuttgart.

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Drei im Weckla und Lebkuchen

Nürnberg schmeckt nach zwei Dingen. Das erste sind die Nürnberger Rostbratwürste — fingerkleine, über Buchenholz gegrillte Würstchen, deren Name geografisch geschützt ist. Man isst sie als „Drei im Weckla" aus dem Brötchen an der Bude oder als „Sechs auf Kraut" mit Meerrettich im Wirtshaus; die kleine Größe geht auf alte Zunftregeln zurück. Dazu ein fränkisches Bier, und der Abend ist gerettet.

Das zweite ist der Lebkuchen, genauer der Elisenlebkuchen mit hohem Nuss- und geringem Mehlanteil, den die Stadt seit dem Mittelalter als Handelsware kennt. Rund ums Jahr bekommt man ihn in den Traditionshäusern der Altstadt, seine große Zeit aber ist der Advent. Wer dann kommt, sollte eine leichte Regenjacke und warme Schichten einpacken — es wird kalt, und der Glühwein wärmt nur von innen.

Beste Reisezeit und Anreise

Am schönsten ist Nürnberg von Mai bis September, wenn die Biergärten offen sind und die Altstadt lange hell bleibt. Die zweite Hochsaison ist der Advent wegen des Christkindlesmarkts — dann ist die Stadt voll, kalt und stimmungsvoll zugleich, und Hotels sind früh ausgebucht. Der Hochsommer kann heiß werden, der Winter außerhalb der Adventszeit ist ruhig und günstig.

Die Anreise ist bequem: Der Hauptbahnhof liegt direkt an der südlichen Altstadtmauer, gegenüber dem Königstor — man steigt aus dem Zug und steht praktisch in der Innenstadt. Der Flughafen Nürnberg (NUE) ist mit der U-Bahn-Linie U2 in etwa zwölf Minuten am Hauptbahnhof, einer der kürzesten Flughafen-Anschlüsse Deutschlands. In der Stadt bringt einen die VAG überallhin, für die Altstadt braucht man sie kaum. Nürnberg ist außerdem ein guter Ausgangspunkt: Frankfurt und Dresden sind per Bahn gut erreichbar, und das fränkische Umland mit Fürth, Erlangen und der Fränkischen Schweiz liegt direkt vor der Tür.

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