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Größen, Material und Pflege – der Ratgeber

Unterwäsche & Dessous

Die richtige Unterwäsche entscheidet sich an der Passform und am Material. Dieser Ratgeber erklärt, wie BH-Größen aus Bandmaß und Körbchen entstehen, warum sie zwischen Marken schwanken und was Schwesterngrößen sind – dazu Stoffe, DEN-Zahlen und die richtige Pflege.

Unterwäsche entscheidet sich an der Passform

Bei kaum einer Warengruppe zählt die Größe so sehr wie bei Unterwäsche. Sie liegt den ganzen Tag direkt auf der Haut, sie soll halten, ohne zu drücken, und sie verschwindet unter der Kleidung – oder zeichnet sich ab, wenn sie nicht passt. Das Etikett allein hilft dabei wenig, denn dieselbe Zahl bedeutet nicht bei jeder Marke dasselbe.

Zwei Dinge tragen die Entscheidung: das eigene Maß und das Material. Wer beides kennt, kauft seltener daneben. Deshalb steht auf dieser Seite die Beratung vor der Auswahl – zuerst, wie Größen zustande kommen und warum sie schwanken, dann, welche Stoffe was leisten und wie man sie pflegt, damit sie ihre Form behalten.

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Bralettes und weiche BHs

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BH-Größen verstehen: Bandmaß und Körbchen

Eine BH-Größe besteht aus zwei Teilen, die zwei verschiedene Dinge messen: einer Zahl für das Band und einem Buchstaben für das Körbchen. In der Angabe 75B steht die 75 für das Bandmaß, das B für die Körbchengröße. Beide werden getrennt ermittelt.

Das Bandmaß ergibt sich aus dem Unterbrustumfang – waagerecht direkt unter der Brust gemessen, das Maßband fest, aber nicht einschnürend. Der gemessene Wert wird auf die üblichen Konfektionsgrößen in Fünferschritten gerundet: rund 73 bis 77 Zentimeter werden zu 75, 78 bis 82 zu 80, und so fort. Diese Zahl bestimmt, wie eng das Band am Brustkorb sitzt.

Die Körbchengröße ist keine feste Länge, sondern eine Differenz. Man misst den Oberbrustumfang an der stärksten Stelle und zieht den Unterbrustumfang ab. Je größer der Unterschied, desto größer das Körbchen – grob steht jeweils ein Zuwachs von etwa zwei Zentimetern für einen Buchstaben mehr: rund 12 bis 13 Zentimeter ergeben A, 14 bis 15 ein B, 16 bis 17 ein C, und weiter aufwärts. Deshalb ist ein Körbchen ohne die zugehörige Bandzahl bedeutungslos: Ein C an einem 70er-Band fasst ein anderes Volumen als ein C an einem 85er-Band.

Ein praktischer Merksatz zum Sitz: Den Halt trägt vor allem das Band, nicht die Träger. Das Band soll rund um den Körper waagerecht verlaufen und am Rücken nicht nach oben rutschen; der Bügel liegt flach an, ohne auf Gewebe zu drücken; die Träger stützen nur und sollten sich nicht einschneiden. Rutscht das Band hoch oder schneiden die Träger, stimmt fast immer die Kombination aus Band und Körbchen nicht – nicht die Trägerlänge.

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Feinstrumpfhosen

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Warum dieselbe Größe nicht überall passt

Konfektionsgrößen sind ein Kompromiss, kein Naturmaß. Zwischen Marken, und erst recht zwischen Größensystemen verschiedener Länder, verschiebt sich, was hinter derselben Angabe steckt: Schnitt, Elastizität des Materials, die Höhe des Bügels und die Form des Körbchens fallen unterschiedlich aus. Dieselbe Person kann bei einem Label sauber in 75B sitzen und beim nächsten eher in 70C oder 75C. Das ist kein Fehler des Herstellers, sondern die Folge fehlender einheitlicher Norm. Aus demselben Grund ersetzt kein Umrechnen das Anprobieren.

Hier hilft das Prinzip der Schwesterngrößen. Band und Körbchen hängen zusammen: Verkleinert man das Bandmaß um eine Stufe, muss das Körbchen um einen Buchstaben wachsen, um dasselbe Volumen zu fassen – und umgekehrt. So fassen 75C und 70D ungefähr das gleiche Körbchenvolumen, nur sitzt das Band beim einen weiter, beim anderen enger. Wer also das richtige Volumen gefunden hat, aber merkt, dass das Band rutscht oder im Gegenteil drückt, wechselt nicht wahllos die Größe, sondern springt gezielt zur Schwesterngröße: ein Bandmaß enger und ein Körbchen größer, wenn das Band Halt verliert; ein Bandmaß weiter und ein Körbchen kleiner, wenn es einschneidet. Das Volumen bleibt, nur der Sitz am Brustkorb ändert sich.

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Halterlose Strümpfe und Strapsstrümpfe

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Material und DEN: woran man Stoffe misst

Bei Strumpfhosen und Feinstrümpfen steht fast immer eine DEN-Zahl dabei. DEN, kurz für Denier, misst die Feinheit des verwendeten Garns – vereinfacht das Gewicht einer festgelegten Garnlänge. Niedrige Werte um 8 bis 20 DEN ergeben transparente, sommerlich leichte Strümpfe; höhere Werte ab etwa 40 bis 80 DEN werden zunehmend blickdicht und wärmer. Die Zahl beschreibt also die Dichte, nicht unmittelbar die Haltbarkeit – ein feiner Strumpf ist zwangsläufig empfindlicher als ein blickdichter.

Bei den Fasern übernimmt jede eine Aufgabe. Elasthan – je nach Marke auch Elastan, Lycra oder Spandex genannt – sorgt für Dehnung und Rückstellkraft und hält das Gewebe in Form. Mikrofaser aus feinem Polyamid oder Polyester gibt einen weichen Griff und deckt gut. Baumwolle ist atmungsaktiv und hautfreundlich, aber weniger formstabil und trocknet langsamer; Modal und Viskose fühlen sich besonders weich an. Für Unterwäsche zählt neben der Faser die Verarbeitung: flache Nähte scheuern weniger, ein breites Bündchen zwickt nicht, und ein hoher Elasthananteil hält länger die Spannung. Der Materialmix auf dem Etikett verrät mehr über das Tragegefühl als jede Beschreibung.

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Boxershorts und Herren-Unterwäsche

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Pflege: was Form und Halt erhält

Unterwäsche altert vor allem am Elasthan, und Elasthan verträgt weder Hitze noch scharfe Zusätze. Deshalb hält das meiste länger, wenn man es kühl und schonend wäscht – niedrige Temperatur, Feinwaschmittel und auf keinen Fall Weichspüler, der die elastischen Fasern angreift und den Halt mit der Zeit nimmt. Ein Wäschenetz schützt BHs und feine Strümpfe davor, sich mit anderen Teilen zu verhaken; Häkchen sollten vor dem Waschen geschlossen werden, damit sie keine Maschen ziehen.

Beim Trocknen gilt dasselbe: Der Trockner ist der schnellste Weg, Elastizität und Form zu verlieren. Besser liegend oder hängend an der Luft trocknen, BH-Körbchen in Form drücken statt sie zu knautschen, und nichts auswringen. Feine Strümpfe hält man von rauen Oberflächen, spitzen Ringen und Nägeln fern, weil dort Laufmaschen beginnen. Und irgendwann ist Schluss: Leiert ein BH-Band aus oder verliert ein Strumpf seine Spannkraft, hilft keine Größe mehr – dann trägt das Teil nicht mehr, und Ersatz ist die einzige Lösung.

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