Städtereise-Guide
Dresden: Elbflorenz, Barock und ein Wochenende an der Elbe
Was du in Dresden sehen musst, wann du kommst und wie du für Altstadt und Elbtal gepackt bist — mit Empfehlungen, die direkt zum passenden Produkt führen.
Dresden in zehn Minuten
Dresden nennt sich Elbflorenz, und der Name ist keine Übertreibung: An kaum einer anderen deutschen Stadt liegt die barocke Silhouette so dicht am Fluss. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten drängen sich in der Altstadt auf wenigen hundert Metern zwischen Elbe und Postplatz — Frauenkirche, Zwinger, Semperoper und Residenzschloss erreichst du alle zu Fuß, ohne einmal in die Bahn zu steigen. Genau deshalb ist Dresden eine perfekte Wochenendstadt: leichtes Handgepäck reicht, und weil das Wetter im Elbtal oft in Stunden umschlägt, gehört eine wetterfeste Jacke ins Gepäck.
Der sächsische Sandstein prägt das ganze Ensemble. Er leuchtet warm-golden, wenn die Sonne flach steht, und dunkelt mit den Jahren nach — die schwarzen Fassadensteine an vielen Bauten sind keine Verschmutzung, sondern gealterter Originalstein neben den helleren Ergänzungen des Wiederaufbaus.
Spartipp: Dresden City Card und die DVB
Die Dresden City Card und die Dresden Regio Card gibt es für ein, zwei oder drei Tage. Sie enthalten freie Fahrt mit den Verkehrsmitteln der DVB und ermäßigten Eintritt in viele Museen der Staatlichen Kunstsammlungen. Wer an einem Wochenende zwei, drei Häuser besucht und ein paarmal Straßenbahn fährt, hat den Kartenpreis fast immer wieder drin.
Was du gesehen haben musst
Der Fixpunkt ist die Frauenkirche. Sie wurde 1945 zerstört, lag über vier Jahrzehnte als Trümmerberg mitten in der Stadt und wurde erst bis 2005 originalgetreu wiederaufgebaut — mit Tausenden geborgenen Originalsteinen, die man an den dunklen Flecken der hellen Sandsteinfassade bis heute erkennt. Ein paar Schritte weiter liegt der Zwinger, August des Starken barockes Gartenpalais, das die Galerie Alte Meister beherbergt: Hier hängt Raffaels Sixtinische Madonna mit den zwei Engeln, die als Postkartenmotiv um die Welt gingen.
Direkt daneben steht die Semperoper am Theaterplatz, und über die Brühlsche Terrasse — von August dem Starken „Balkon Europas" getauft — spaziert man hoch über der Elbe entlang. Das Residenzschloss birgt das Grüne Gewölbe, die barocke Schatzkammer der Wettiner. Am Fürstenzug, dem gut hundert Meter langen Wandbild aus rund 23.000 Meissener Porzellanfliesen, reiten die sächsischen Herrscher in einer Prozession vorbei. Für all das läuft man viel über Kopfsteinpflaster — bequeme Sneaker sind hier keine Stilfrage, sondern Vernunft.
Handgepäck für den Kurztrip
Elbe, Neustadt und die Kunsthofpassage
Die Elbe teilt Dresden, und die Grenze ist auch eine der Stimmung. Auf der Altstadtseite stehen die großen Bauten, gegenüber breitet die Stadt am Wochenende auf den Elbwiesen ihre Picknickdecken aus — von hier hast du den klassischen Blick auf die Silhouette, den schon Canaletto gemalt hat. Nördlich davon beginnt die Äußere Neustadt, Dresdens Szeneviertel: keine Museen, sondern Altbaustraßen voller Kneipen, Läden und Streetart. Ihr Herzstück ist die Kunsthofpassage, eine Folge thematisch gestalteter Innenhöfe — der bekannteste trägt blaue Rohre und Trichter an der Fassade, die bei Regen als Wasserorgel klingen. Für einen langen Tag zwischen Altstadt und Neustadt reicht eine kleine Reisetasche mit dem Nötigsten.
Schuhe fürs Kopfsteinpflaster
Tagesausflug: die Sächsische Schweiz
Wer zwei Nächte bleibt, sollte einen halben Tag aus der Stadt heraus. Rund 30 Kilometer elbaufwärts beginnt die Sächsische Schweiz, das Elbsandsteingebirge mit seinen bizarren Felstürmen. Ihr Wahrzeichen ist die Bastei: eine Felsformation, die fast 200 Meter über der Elbe aufragt, verbunden durch die steinerne Basteibrücke mit ihrem berühmten Blick ins Tal. Mit der S-Bahn bist du in gut einer halben Stunde in Rathen oder Bad Schandau, von dort geht es zu Fuß hinauf. Das ist eine Wanderung, keine Aussichtsplattform mit Aufzug — festes Schuhwerk und ein Tagesrucksack mit Wasser gehören dazu. Und weil das Wetter im Elbtal schnell dreht, plane Puffer und Regenschutz ein.
Tagesrucksack für die Bastei
Gegen den Elbtal-Schauer
Beste Reisezeit und Anreise
Mai, Juni und September sind mild und trocken genug für lange Tage draußen; im Hochsommer wird die Altstadt voll und heiß, im Winter grau — dafür verwandelt der Striezelmarkt, einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands, im Advent den Altmarkt. Die Anreise ist bequem: Der Hauptbahnhof liegt gut einen Kilometer südlich der Altstadt, mit der Straßenbahn bist du in Minuten am Zentrum. Der Flughafen Dresden (DRS) im Norden ist per S-Bahn direkt mit dem Hbf verbunden. Vor Ort bringt dich die DVB mit Straßenbahn und Bus überallhin — für die Altstadt selbst brauchst du sie kaum, da ist alles fußläufig.
Dresden lässt sich gut mit den Nachbarstädten verbinden: Leipzig ist per Bahn in gut einer Stunde erreichbar, und wer weiterzieht, findet für Berlin und München eigene Guides.
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