Dom, Printen und das Dreiländereck an einem Wochenende
Aachen — Städtereise in die Karlsstadt
Kaiserstadt, Kurstadt, Grenzstadt: ein Reiseführer durch Aachen — mit dem Nötigen fürs Gepäck.
Aachen an einem Wochenende
Aachen ist die westlichste Großstadt Deutschlands und lässt sich an einem langen Wochenende zu Fuß erlaufen — die Altstadt ist ein enger Ring aus Gassen um den Dom, kaum größer als ein Stadtpark. Wer mit leichtem Handgepäck und einer gut gepackten Reisetasche ankommt, spart sich das Auto ganz: Zwischen Hauptbahnhof, Elisenbrunnen und Marktplatz liegen jeweils nur wenige Minuten.
Der Fixpunkt ist der Aachener Dom. Er war 1978 das allererste deutsche Objekt auf der UNESCO-Welterbeliste — noch vor Köln, Trier oder Speyer. Sein Kern ist die achteckige Pfalzkapelle Karls des Großen, um 800 vollendet und über tausend Jahre lang die Krönungskirche der deutschen Könige: Von 936 bis 1531 wurden hier mehr als dreißig Herrscher gekrönt. Wer die Kuppel von innen sieht, den erschlägt kurz die Wucht — byzantinisches Gold auf karolingischem Grundriss, mitten im Rheinland. Feste Sneaker helfen, denn das Kopfsteinpflaster ringsum ist echt und uneben.
Tipp: einmal ins Dreiländereck
Nur gut zehn Kilometer westlich der Altstadt stoßen auf dem Vaalserberg die Grenzen von Deutschland, den Niederlanden und Belgien in einem Punkt zusammen — dem Dreiländereck. Es ist zugleich mit 322,5 Metern der höchste Punkt der Niederlande. Vom Aachener Bushof fährt man mit der ASEAG hin; oben stehen ein Aussichtsturm und ein Labyrinth, und man frühstückt in einem Land und trinkt den Kaffee im nächsten. Ein halber Tag reicht, Wanderschuhe genügen.
Was du gesehen haben solltest
Direkt neben dem Dom liegt die Domschatzkammer — die bedeutendste Sammlung kirchlicher Schätze nördlich der Alpen. Hier stehen das Lotharkreuz, die Büste Karls des Großen und der marmorne Sarkophag, in dem der Kaiser einst lag. Im Dom selbst ziehen der goldene Karlsschrein, der die Gebeine Karls des Großen birgt, und der riesige Barbarossa-Leuchter unter der Kuppel die Blicke auf sich — ein radförmiger Kronleuchter, den Kaiser Friedrich Barbarossa um 1165 stiftete.
Wenige Schritte weiter steht das gotische Rathaus auf den Grundmauern der karolingischen Königshalle. In seinem Krönungssaal feierten die frisch gekrönten Könige ihr Festmahl; heute wird dort jährlich der Karlspreis für Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Zwischen Dom und Rathaus liegt der Katschhof, der alte Pfalzhof — der historische Kern der ganzen Stadt auf wenigen Quadratmetern.
Schuhe fürs Kopfsteinpflaster
Printen, Quellen und heißes Wasser
Kein Andenken ist so aachnerisch wie die Aachener Printen — ein harter, würziger Lebkuchen, dessen Name geschützt ist und der nur hier gebacken werden darf. Klassisch ohne Honig, dafür mit Kandissirup und einer Gewürzmischung aus Anis, Zimt, Nelke und Koriander; die Kräuterprinte ist steinhart, die Schokoladen- oder Mandelprinte weicher. Man kauft sie frisch in den Traditionsbäckereien rund um den Markt.
Aachen ist außerdem eine Kurstadt, und zwar eine der ältesten: Schon die Römer nannten den Ort Aquae Granni und nutzten die heißen Schwefelquellen, die mit über 70 Grad zu den heißesten Mitteleuropas zählen. Ihr Denkmal ist der klassizistische Elisenbrunnen mit seiner offenen Wandelhalle — an den Trinkbrunnen riecht das Wasser deutlich nach Schwefel, ein Geruch, den man nicht vergisst. Wer selbst baden will, geht in die modernen Carolus Thermen am Stadtgarten.
Gegen den Aachener Landregen
Karlsstadt, Studentenstadt, Grenzstadt
Aachen lebt von drei Gesichtern zugleich. Es ist die Stadt Karls des Großen, der es zur Hauptresidenz seines Reiches machte und hier begraben liegt — kaum ein Ort in Deutschland ist so dicht mit dem frühen Mittelalter verwoben. Es ist zugleich eine junge Universitätsstadt: Die RWTH Aachen ist eine der größten technischen Hochschulen Europas, und ihre Zehntausenden Studierenden füllen die Cafés im Pontviertel bis in die Nacht. Und es ist eine Grenzstadt, in der man den Nachmittag in Deutschland beginnt und in Maastricht oder Lüttich beendet.
Einmal im Jahr wird die Stadt zur Weltbühne des Pferdesports: Das CHIO in der Aachener Soers gilt als das bedeutendste Reitturnier der Welt. Wer hier ein paar Tage bleibt, packt am besten flexibel — ein leichter Rucksack für den Tag reicht meist völlig. Und wer den Bogen weiter spannen will, findet auch mehr zu Köln, Bonn und Düsseldorf gleich um die Ecke.
Für den Tag gepackt
Anreise und vor Ort
Aachen liegt im äußersten Westen, aber nicht abseits: Der Hauptbahnhof ist von Köln in rund einer Stunde erreicht, und über die grenzüberschreitende Euregiobahn und Busse sind Maastricht und Lüttich ähnlich nah wie manche deutsche Nachbarstadt. Der ICE hält, ins niederländische und belgische Umland kommt man ohne Umweg. Für einen Städtetrip genügt ein Handgepäck-Trolley — mehr braucht das Wochenende nicht.
Vor Ort fährt die ASEAG mit Bus und (an der Grenze) grenzüberschreitenden Linien; eine Straßenbahn hat Aachen nicht. Für die Altstadt brauchst du den Bus ohnehin kaum — Dom, Rathaus, Elisenbrunnen und der Markt liegen alle im selben Fußgänger-Radius. Weiter raus, etwa zum Dreiländereck, in die Soers oder zu den Carolus Thermen, lohnt sich das Ticket.
Zentral übernachten in der Karlsstadt
Wenige Gehminuten von Dom, Markt und Hauptbahnhof — diese Häuser liegen mitten im Ring der Altstadt.
Mercure Hotel Aachen am Dom
Cityhotel Kaiser Karl
Novotel Aachen City
Aquis Grana City Hotel
Art Hotel Aachen
Leonardo Hotel Aachen
B&B Hotel Aachen-City
Mercure Hotel Aachen Europaplatz
Bestprice Aachen City
ibis budget Aachen City
B&B Hotel Aachen-Hbf
Weitere Hotels in Aachen
bp24 Hotel Aachen
B&B Hotel Aachen-City
Leonardo Hotel Aachen
B&B HOTEL Aachen-Würselen
B&B Hotel Aachen-Hbf
B&B HOTEL Aachen City-Ost
Mercure Hotel Aachen am Dom
Mercure Hotel Aachen Europaplatz
B&B Hotel Aachen-Nord
Art Hotel Aachen
Hotel Soers
Weitere Städtereisen
Noch nicht genug gereist? Diese Städte passen gut dazu: Köln, Bonn, Düsseldorf und Essen. Jede mit eigenem Reiseführer, zentralen Hotels und Tipps für ein gutes Wochenende.