Städtereise-Guide
Münster: Fahrradstadt, Friedenssaal und ein Ring aus Grün
Was du in Münster sehen musst, wie du die Fahrradstadt erkundest und wie du fürs Münsterländer Wetter gepackt bist — mit Empfehlungen, die direkt zum passenden Produkt führen.
Münster in zehn Minuten
Münster trägt sein Zentrum wie einen Ring: Rund um die Altstadt zieht sich die Promenade, ein autofreier Grünweg auf der alten Stadtbefestigung. Wer ihm folgt, umrundet die ganze Stadt, ohne je ein Auto zu sehen. Im Inneren dieses Rings liegt alles dicht beieinander. Der Prinzipalmarkt mit seinen schmalen Giebelhäusern und den Laubengängen ist die gute Stube der Stadt — unter den Bögen bummelt man auch bei Regen im Trockenen. Ein paar Schritte weiter steht der St.-Paulus-Dom, wuchtig und romanisch, mit seiner berühmten astronomischen Uhr im Querschiff, deren Zeiger sich seit dem 16. Jahrhundert entgegen dem Uhrzeigersinn drehen.
Vor allem aber ist Münster die Fahrradstadt Deutschlands. Das Rad heißt hier liebevoll „Leeze", und es gibt mehr davon als Einwohner. Wer die Stadt verstehen will, leiht sich eines — die flache Topografie und das dichte Radwegenetz machen es leicht. Weil das Münsterländer Wetter aber gern mit feinem Nieselregen überrascht, gehört eine wetterfeste Regenjacke zur Grundausstattung: Ein trockener Rücken entscheidet hier über einen guten Tag.
Von Münster aus lohnt der Blick in die Nachbarschaft. Ins Ruhrgebiet ist Dortmund schnell erreicht, und für einen Rheinausflug bieten sich Köln und Düsseldorf an — Münster ist ein guter Ausgangspunkt für mehr als nur einen Tag.
Tipp: einmal ganz um die Promenade
Die Promenade ist der schönste Einstieg in die Stadt. Der gut viereinhalb Kilometer lange Grünring ist für Autos gesperrt und gehört Radlern und Fußgängern. Fast nebenbei verbindet er die wichtigsten Punkte — vom Schloss über den Zwinger bis zum Aasee. Nimm dir eine Leeze, fahr den Ring einmal ganz ab, und du hast Münsters Geografie begriffen, bevor du das erste Museum betreten hast. Und pack bequeme Sneaker ein: Das Kopfsteinpflaster der Altstadt ist charmant, aber unversöhnlich zu dünnen Sohlen.
Gutes Schuhwerk fürs Kopfsteinpflaster
Was du gesehen haben musst
Das historische Herz Münsters schlägt im Rathaus am Prinzipalmarkt. In seinem Friedenssaal wurde ein Teil des Westfälischen Friedens ausgehandelt, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete — die Verträge von Münster und Osnabrück gelten als Geburtsstunde der modernen Diplomatie und gehören heute zum UNESCO-Dokumentenerbe. Die holzgetäfelte Halle mit den Porträts der Gesandten ist erhalten und zugänglich.
Gleich nebenan ragt die Lambertikirche auf. Hoch am Turm hängen drei eiserne Käfige — in ihnen wurden nach dem Ende des Täuferreichs 1536 die Leichname der Anführer zur Schau gestellt; die Käfige hängen bis heute. Ein Türmer bläst hier nach alter Tradition am Abend das Horn.
Kunst hat in Münster festen Platz: Das Kunstmuseum Pablo Picasso ist das einzige Museum in Deutschland, das ganz dem Werk Picassos gewidmet ist, und das LWL-Museum für Kunst und Kultur spannt den Bogen vom Mittelalter zur Moderne. Wer mit Kindern reist, steuert den Allwetterzoo an, der — der Name verrät es — auch bei münsterschem Schmuddelwetter über weite, teils überdachte Wege funktioniert.
Gegen den münsterschen Nieselregen
Aasee, Schloss und das Münsterland
Im Westen der Altstadt weitet sich die Stadt zum Aasee, Münsters großem Freizeitgewässer. Segelboote, Tretboote und Jogger teilen sich das Ufer, und an warmen Abenden wird die Aaseewiese zum Treffpunkt der halben Stadt. Am Rand liegen das Mühlenhof-Freilichtmuseum und das LWL-Naturkundemuseum mit Planetarium — Ausflugsziele, die sich gut mit einer Runde am Wasser verbinden lassen.
Das Schloss war einst Residenz der Fürstbischöfe und ist heute Hauptgebäude der Universität. Münster ist eine Studentenstadt, und das prägt Tempo und Preise in den Kneipen der Altstadt spürbar. Der barocke Bau mit seinem Botanischen Garten dahinter ist frei zugänglich.
Wer mehr Zeit hat, nutzt Münster als Tor zum Münsterland: eine Landschaft aus Wasserburgen, Alleen und endlosen Radrouten wie der 100-Schlösser-Route. Für solche Touren lohnt ein leichter Tagesrucksack, in den Regenjacke, Wasser und eine Brotzeit passen.
Rucksäcke für Stadt und Münsterland
Anreise und vor Ort
Münster liegt verkehrsgünstig. Der Hauptbahnhof ist gut an Dortmund, Köln und das Ruhrgebiet angebunden, und regionale Linien fahren ins gesamte Münsterland. Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) liegt rund 25 Kilometer nördlich der Stadt und ist per Schnellbus mit dem Hauptbahnhof verbunden.
In der Stadt selbst brauchst du kaum ein Auto. Die Stadtwerke Münster betreiben ein dichtes Busnetz, doch die ehrlichste Art der Fortbewegung bleibt das Rad: Die kurzen Wege innerhalb des Promenadenrings sind per Leeze schneller erledigt als mit jedem Motor. Für die Anreise reicht meist eine kompakte Reisetasche oder ein handlicher Handgepäck-Trolley — Münster ist eine Wochenendstadt, kein Ort für schweres Gepäck.
Gut gepackt fürs Wochenende
Zentral übernachten — nah am Prinzipalmarkt
Hotel Münsterhof
Mauritzhof Hotel Münster
Mövenpick Hotel Münster
Central Hotel Münster
Trip Inn Hotel Münster City
ATLANTIC Hotel Münster
H4 Hotel Münster
Novotel Münster City
Stadthotel Münster
Flowers Hotel Münster
Prize by Radisson Münster-City
Weitere Hotels in Münster
B&B HOTEL Münster Hafen
Mauritzhof Hotel Münster
Mövenpick Hotel Münster
Flowers Hotel Münster
Trip Inn Hotel Münster City
ATLANTIC Hotel Münster
H4 Hotel Münster
Central Hotel Münster
Novotel Münster City
Boardinghouse Münster
Weitere Städtereisen
Noch nicht genug gereist? Diese Städte passen gut dazu: Dortmund, Essen, Köln und Düsseldorf. Jede mit eigenem Reiseführer, zentralen Hotels und Tipps für ein gutes Wochenende.