Städtereise-Guide
Frankfurt am Main: Skyline, Römer und Apfelwein an einem Wochenende
Frankfurt ist mehr als Banken: Skyline und Fachwerk, Museumsufer und Ebbelwoi — was du sehen musst, wann du kommst und wie du gepackt bist, mit Empfehlungen, die direkt zum passenden Produkt führen.
Frankfurt in zehn Minuten
Frankfurt am Main ist die Stadt, die man am schnellsten unterschätzt. Die meisten kennen nur das Bankenviertel und die Skyline aus der Tagesschau — dabei liegt zwischen den Hochhaustürmen eine kompakte, sehr lauffreudige Altstadt, ein ganzes Museumsufer und die größte Apfelwein-Kultur Deutschlands. Genau diese Mischung aus Glasfassade und Fachwerk macht den Reiz aus: Nirgends sonst in Deutschland stehen Wolkenkratzer und wiederaufgebaute Gotik so dicht beieinander. Für ein Wochenende reicht ein handlicher Business-Trolley — Frankfurt ist klein genug, um fast alles zu Fuß zu schaffen, und mit dem größten Flughafen des Landes vor der Tür der ideale Kurztrip.
Die Innenstadt zwischen Hauptwache, Römer und Main misst kaum zwei Kilometer. Wer den Tag am Römerberg beginnt, steht in wenigen Minuten am Fluss, quert eine der Mainbrücken hinüber nach Sachsenhausen und sitzt am Abend im Apfelweinlokal — alles ohne Bahn. Bequeme Sneaker sind hier keine Stilfrage, sondern Grundausstattung, denn das Kopfsteinpflaster der Neuen Altstadt fordert die Füße.
Spartipp: die Frankfurt Card
Die Frankfurt Card gibt es für einen oder zwei Tage, wahlweise als Einzel- oder Gruppenkarte. Sie enthält die freie Fahrt im gesamten Frankfurter Tarifgebiet des RMV — also auch die Strecke vom Flughafen FRA in die Stadt — und dazu bis zu 50 Prozent Ermäßigung auf viele Museen, den Palmengarten, den Zoo und Stadtrundfahrten. Wer vom Airport anreist und an einem Tag zwei, drei Museen mitnimmt, hat den Preis oft schon auf dem Weg vom Gate zum Hotel wieder drin. Erhältlich ist sie online, an den Tourist-Informationen am Hauptbahnhof und am Römer sowie an den RMV-Automaten. Aktuelle Preise und Gültigkeit stehen auf den offiziellen Seiten der Stadt.
Was du gesehen haben solltest
Der Römer ist Frankfurts Wohnzimmer: Das Rathaus mit der markanten Treppengiebel-Fassade steht seit dem 15. Jahrhundert am Römerberg, dem historischen Marktplatz. Direkt daneben wurde die Neue Altstadt — das Dom-Römer-Quartier — nach alten Vorlagen wieder aufgebaut und 2018 eröffnet; hier läufst du durch enge Gassen, die aussehen wie vor der Zerstörung im Krieg. Zwei Schritte weiter ragt der Kaiserdom St. Bartholomäus auf, über Jahrhunderte Krönungskirche der römisch-deutschen Könige und Kaiser.
Wer die Skyline nicht nur von unten sehen will, fährt auf den Main Tower: Er hat als eines der wenigen Frankfurter Hochhäuser eine öffentliche Aussichtsplattform in rund 200 Metern Höhe — der beste Rundblick über Stadt, Fluss und Taunus. Am gegenüberliegenden Ufer reiht sich das Museumsufer aneinander: das Städel mit sieben Jahrhunderten europäischer Kunst, dazu Liebieghaus, Filmmuseum und rund ein Dutzend weitere Häuser auf kurzer Strecke. Für eine grüne Pause lohnt der Palmengarten, einer der großen botanischen Gärten Europas. In einen leichten Rucksack passt alles für so einen Tag: Wasser, Regenschutz und die Kamera.
Fürs Drehkreuz gepackt
Sachsenhausen und der Ebbelwoi
Kein Frankfurt-Besuch ohne einen Abend in Alt-Sachsenhausen. Südlich des Mains liegt das Viertel der Apfelwein-Lokale, wo der Ebbelwoi (Apfelwein) traditionell im bauchigen Bembel auf den Tisch kommt und aus dem gerippten Glas, dem Geripptem, getrunken wird. Dazu isst man Handkäs mit Musik oder die kräuterige Grüne Soße, der die Stadt sogar ein eigenes Denkmal gewidmet hat. Die Lokale rund um die Klappergasse sind eng, laut und herzlich; im Sommer sitzt man in den Innenhöfen unter Kastanien.
Frankfurt ist außerdem ein perfekter Ausgangspunkt: Ins nahe Rheingau oder an den Rhein ist man mit der Regionalbahn in einer knappen Stunde, und für einen zweiten Städtetrip lohnt der Vergleich mit einem anderen Dom-und-Fluss-Klassiker wie Köln. Für den Rückweg am Abend reicht immer die S-Bahn; ein Taxi braucht man in Frankfurt selten.
Fürs Kopfsteinpflaster der Neuen Altstadt
Beste Reisezeit, Anreise und der RMV
Frankfurt ist ganzjährig gut zu bereisen, am schönsten aber zwischen Mai und September, wenn die Mainufer zum Freiluft-Wohnzimmer werden und Feste wie das Museumsuferfest Ende August die Stadt füllen. Der Herbst bringt die Dippemess, und ab Ende November verwandelt einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands den Römerberg in ein Lichtermeer. Der Sommer kann schwül werden, der Winter ist mild, aber nass — ein Schauer ist am Main nie weit, deshalb gehört eine leichte Regenjacke ins Gepäck.
Die Anreise ist Frankfurts größter Trumpf: Der Flughafen FRA ist das größte Drehkreuz Deutschlands und mit S-Bahn (S8/S9) oder Fernzug in gut 15 Minuten am Hauptbahnhof. Von dort erschließt der RMV mit S- und U-Bahnen die ganze Stadt. Wer nur das Zentrum sehen will, braucht die Bahn kaum — vom Hauptbahnhof sind es rund 15 Gehminuten bis zum Römer. Für den Wochenendtrip genügt eine gut gepackte Reisetasche; Frankfurt belohnt, wer leicht reist.
Gegen den Schauer am Main
Zentral übernachten
Diese Häuser liegen im Zentrum — zwischen Zeil, Bankenviertel, Alter Oper und Hauptbahnhof, die meisten wenige Gehminuten vom Römer entfernt.
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