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Städtereise-Guide

Bonn: Beethoven, Rhein und die alte Hauptstadt

Was du in Bonn sehen musst, wann die Kirschblüte kommt und wie du fürs Rheinwetter gepackt bist — mit Empfehlungen, die direkt zum passenden Produkt führen.

Bonn in zehn Minuten

Bonn ist eine Stadt für zwei Beine und einen halben Tag Zeit pro Viertel. Die frühere Bundeshauptstadt liegt am linken Rheinufer, ist kompakt und flach, und fast alles Sehenswerte reiht sich zwischen Altstadt, Rheinpromenade und dem Bundesviertel im Süden auf. Wer mit einem handlichen Trolley anreist und für den rheinischen Nieselregen eine wasserdichte Regenjacke im Gepäck hat, ist für ein Wochenende richtig ausgestattet.

Drei Rollen spielt die Stadt gleichzeitig: Beethoven-Stadt (der Komponist wurde hier geboren), Bundesstadt (Regierungssitz der alten Bundesrepublik) und Universitäts- und UN-Stadt am Rhein. Diese drei Schichten liegen dicht beieinander — man läuft in einem Tag von Beethovens Geburtshaus über den mittelalterlichen Marktplatz bis zum Plenarsaal, in dem Bundestagsdebatten stattfanden.

Spartipp: die BonnRegio WelcomeCard

Die BonnRegio WelcomeCard bündelt Nahverkehr und Museen in einem Ticket. Sie gilt für die Busse und Stadtbahnen von SWB und VRS in Bonn und Umgebung und bringt freien oder ermäßigten Eintritt in eine Reihe von Häusern der Museumsmeile. Wer mehr als ein, zwei Museen plant und ohnehin mit Bahn und Bus unterwegs ist, fährt damit meist günstiger als mit Einzeltickets. Es gibt sie für ein bis drei Tage und wahlweise für eine Person oder als Familienkarte — die aktuellen Konditionen stehen bei den Bonner Stadtwerken.

Beethoven, Münster und die Altstadt

Der beste Startpunkt ist die Bonngasse: Hier steht das Beethoven-Haus, das Geburtshaus Ludwig van Beethovens. Der schmale Fachwerkbau beherbergt heute die weltweit größte Beethoven-Sammlung — Handschriften, Instrumente, das berühmte Hörgerät. Von dort sind es wenige Minuten zum Marktplatz mit dem barocken Alten Rathaus und seiner doppelläufigen Freitreppe, von deren Balkon schon Staatsgäste zur Menge sprachen.

Gleich südlich ragt das Bonner Münster auf, eine der ältesten Kirchen im Rheinland: eine romanische Basilika mit fünf Türmen und einem stillen Kreuzgang. Sie ist dem heiligen Cassius und Florentius geweiht, den Stadtpatronen, an die auch die Bronzeköpfe auf dem Münsterplatz erinnern. Für die Runde über Kopfsteinpflaster und Uferwege lohnen sich bequeme Sneaker — Bonn läuft man am besten flach besohlt.

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Schuhe für Pflaster und Promenade

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Die Bundesstadt: der Weg der Demokratie

Von 1949 bis 1990 war Bonn die provisorische Hauptstadt der Bundesrepublik, Regierungssitz blieb sie noch bis Ende der 1990er. Diese Epoche kann man ablaufen: Der Weg der Demokratie verbindet als markierter Rundgang die Schauplätze der „Bonner Republik“ im Bundesviertel südlich der Innenstadt. Dazu gehören der frühere Plenarsaal des Bundestags am Rhein — heute Teil des World Conference Center Bonn —, die Villa Hammerschmidt und das Palais Schaumburg als einstige Amtssitze.

Ein Haus fällt aus der Reihe: das Museum Koenig, ein Naturkundemuseum, in dem 1948 der Parlamentarische Rat zusammentrat, um das Grundgesetz vorzubereiten. Nebenan markiert der Lange Eugen, das schlanke Hochhaus der früheren Abgeordnetenbüros, heute den UN-Campus — Bonn ist Sitz zahlreicher Organisationen der Vereinten Nationen. Für einen Tag zwischen Dauerausstellungen und Uferweg reicht ein leichter Tagesrucksack.

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Tagesrucksack für die Museumsmeile

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Museumsmeile und Poppelsdorf

Entlang der B9 reihen sich fünf große Häuser zur Museumsmeile: das Kunstmuseum Bonn mit seinem Schwerpunkt auf der Rheinischen Moderne und August Macke, die Bundeskunsthalle mit großen Wechselausstellungen, das Haus der Geschichte zur deutschen Zeitgeschichte, dazu das Deutsche Museum Bonn und das erwähnte Museum Koenig. Mehrere davon verlangen keinen oder nur geringen Eintritt — ein verregneter Nachmittag ist hier gut aufgehoben.

Im Westen lohnt der Abstecher nach Poppelsdorf: Das barocke Poppelsdorfer Schloss gehört heute der Universität, dahinter liegt der Botanische Garten mit Gewächshäusern und Freiland. Vom Schloss führt die schnurgerade Poppelsdorfer Allee als breite Kastanienachse zurück zum Hauptbahnhof — im Frühjahr eine der schönsten Alleen der Stadt.

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Gegen das Rheinwetter

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Kirschblüte und Rheinufer

Einmal im Jahr wird Bonn rosa: In der Altstadt rund um Heerstraße und Breite Straße stehen die japanischen Zierkirschen, die im April für ein bis zwei Wochen ein dichtes Blütendach bilden. Der Kirschblütentunnel ist international fotografiert — wer ihn sehen will, muss die kurze Blüte treffen und früh am Tag kommen, bevor die Gassen voll sind. Der Termin schwankt jedes Jahr mit dem Wetter, ein fester Kalendertag ist es nie.

Den Rest des Jahres gehört der Rhein: Vom Alten Zoll, einer alten Bastion oberhalb des Ufers, blickt man flussaufwärts bis zum Siebengebirge. Die Rheinpromenade zieht sich vom Regierungsviertel bis in die Altstadt, und südlich lädt die weitläufige Rheinaue zum Spazieren. Für einen langen Tag draußen samt Wechselschuhen genügt eine gut gepackte Reisetasche.

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Handgepäck und Kabinen-Trolleys

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Tagesausflug: Siebengebirge und Drachenfels

Der beste Halbtagesausflug führt rheinaufwärts ins Siebengebirge bei Königswinter. Wahrzeichen ist der Drachenfels, ein bewaldeter Kegel über dem Fluss mit der Ruine der Drachenfels-Burg und dem neugotischen Schloss Drachenburg am Hang. Hinauf bringt einen die Drachenfelsbahn, die älteste noch fahrende Zahnradbahn Deutschlands — oben öffnet sich der Blick über das Rheintal bis Bonn und Köln.

Der Berg trägt die Nibelungensage: Hier soll Siegfried den Drachen erschlagen haben, daher der Name. Über den Rhein setzt man mit einer der Autofähren oder Personenschiffe über. Wer die Wanderwege nimmt, sollte festes Schuhwerk und Wasser dabeihaben — die Pfade sind kurz, aber steil.

Anreise und vor Ort

Bonn liegt verkehrsgünstig: Der Hauptbahnhof ist zentral, von hier sind Altstadt, Poppelsdorfer Allee und die Stadtbahn ins Bundesviertel fußläufig oder in wenigen Minuten erreichbar. Im Stadtgebiet fahren die Busse und Stadtbahnen der SWB (Stadtwerke Bonn) eng getaktet; die Stadtbahnlinien 16 und 18 verbinden Bonn direkt mit Köln. Der Flughafen Köln/Bonn (CGN) ist per Schnellbus an die Stadt angebunden.

Bonn eignet sich glänzend als Basis für die Region: An einem Tag die Bundesstadt, am nächsten mit der Bahn hinauf ins rheinische Umland. Wer mehr vom Rheinland sehen will, findet in unserem Guide zu mehr zu Köln und mehr zu Düsseldorf die passenden Nachbarn — beide sind in weniger als einer Stunde erreichbar.

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Zentral übernachten in Bonn

Wenige Gehminuten von Altstadt, Rhein oder Hauptbahnhof — diese Häuser liegen mitten in Bonn.

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